Transferwahnsinn – „Nicht bei uns!“ (Teil I)

Das Derby in Bamberg: Sandra Ullrich beim Aufschlag.  Foto: Helmut Keiling

Der Ball fliegt wieder: Es geht in die heißt Phase. Seit vier Wochen stehen die Young Volleys in der zweiten Vorbereitungsphase der neuen Saison. Bevor es zuvor in eine 5-wöchige Pause ging, nutzte die Mannschaft die zwei Frühsommermonate, um athletisch und technisch an die Spitze der Liga anzuschließen. Dabei wurden nicht nur an Athletik, Techniken und der Individualtaktik des Teams gearbeitet, sondern auch ordentlich gescoutet.

Anders als in der vergangenen Saison bei anderen Teams der Liga gesehen schalten sich die Young Volleys nicht auf den „Transfermarkt“ ein und rehabilitieren ehemaliger Bundesligaspieler oder fluten ihre Reihen mit externen Studenten. Auch folgt kein Check auf Katalonien. „Sowas gibt es bei uns nicht!“, schmunzelt d’Andrea. Man bevorzugt es scheibchenweise die eigene Jugend an die Regionalliga heranzuführen. Nachdem in den letzten Jahren ehemalige „Youngster“ wie Fanny Gnade oder Leonie Stöcker sich zu vollwertigen Stammspielern entwickelten, schnupperten auch andere Jugendspielerinnen bei Damen 1 rein. Im letzten Jahr schaffte Hannah Lauterbach den Anschluss. Und auch dieses Jahr stehen bereits drei Spielerinnen fest, die im Vorjahr noch in der 2. oder 3. Damen gemeldet wurden.

Daraus erwuchsen sie ersten Veränderungen der Saison. Im ersten Teil der Reihe dieses Artikels stellen wir euch die ersten zwei Neuzugänge der Saison vor: Sandra Ullrich und Elke Wolf. Beide Spielerinnen sind im Verein bereits bekannte Gesichter. (Im zweiten Teil dieses Artikels – der bereits in ein paar Tagen folgt – stellen wir die Abgänge und weitere Neuzugänge vor!)

Ende April kam die erste Zusage einer Spielerin, um die sich Trainer Marc d’Andrea bereits in der Vorsaison bemüht hatte. Er kommentiert breit grinsend: „Sandra Ullrich spielte vor 15 Monaten noch für Memmelsdorf. Ein toller Verein, von dessen Jugendarbeit auch unsere Konkurrenz in Bamberg profitiert. Ich wollte sie nach 2,5 Jahren Bezirksliga-Volleyball in unseren Verein holen, damit sie bei uns in der Regionalliga mittrainieren kann, während sie bei Damen 2 Spielpraxis sammelte. Schnell stellte sich heraus, dass sie auch in der Regionalliga eine Hilfe sein würde. Jetzt hat sie uns für die kommende Saison zugesagt. Auch wenn sich bereits letztes Jahr so etwas abzeichnete, zeigte Sandra in den letzten drei Monaten, dass sie wahrscheinlich der beste Fang des Sommers in der kompletten Liga sein könnte.“

Die zweite Veränderung im Kader soll der Mannschaft Aufschwung für die schweren Phasen der Saison geben. Elke Wolf kehrt als Zuspielerin zurück in die Mannschaft. Als Wolf vor vier Jahren ihre letzte Saison bei den Young Volleys bestritt, war sie unangefochten Stammspielerin. Meike Schirmer hing ihr damals zwar auf den Fersen, schaffte es aber nicht sich bei den Spieltagen durchzusetzen. Wolfs Pause gab Schirmer die Chance aufzuholen und auch zu überholen. Trainer d’Andrea dazu: „Es steht außer Frage, dass Meike als Stammspielerin im Zuspiel in die Saison startet. Sie ist eine etablierte Regionalligaspielerin. Elke hingegen ermöglichte zwar den Aufstieg in die Regionalliga, hat aber dort nie Erfahrungen gesammelt. Elke hat sich super entwickelt. Zu Beginn hat sie es kaum geschafft einen Ball angreifbar auf die Außen zu bringen. Mittlerweile spielt sie selbst komplexe Passsituationen immer routinierter. Wir freuen uns auf sie, um Entlastung und Abwechslung bieten zu können. Das wird sich nicht nur positiv auf das Team, sondern auch auf Meike auswirken.“

Doch entwickelte sich in der letzten Saison nicht alles immer nur positiv. Die schweren Verletzungen der beiden Leistungsträger Lisa Meisel und Nici Steeger waren am Ende der Saison nicht mehr zu kompensieren. Johanna Meisel, mit der zur Rückrunde geplant wurde, konnte bis kurz vor Ende nicht einsteigen. Die Lücke der drei Außen, war über die anstrengende Saison nicht zu schließen und ist es nach aktuellem Stand ebenfalls noch nicht. Wie die Young Volleys dieses Problem lösen erfahrt ihr im Folgebericht, dem Teil II des Artikels „Transferwahnsinn – „Nicht bei uns!““.