Transferwahnsinn – „Nicht bei uns!“ (Teil II)

Nicki Naumann (rechts) und Elke Wolf trainieren den Einbeiner.

Geradezu ungeduldig entwickeln sich die Young Volleys weiter. Sie brennen auf die kommende Saison. Auf ihrem Weg zum Ziel sind einige Kämpfe zu überwinden und Neustarts zu wagen. Vor ein paar Tagen haben wir euch die ersten Neuzugänge vorgestellt: Transferwahnsinn – „Nicht bei uns!“ (Teil I). Anders als andere es handhaben stocken die Young Volleys aus den eigenen Reihen auf. Abgänge sind zu kompensieren. Spielermangel soll es zum Saisonstart nicht geben. Die Spieler-Not in der Vorbereitung entstand dabei aber durch eine ganz andere Gegebenheit. Die letzte Saison war verletzungsgeprägt. Und das Schwer!

Die vergangene Saison war äußerst schwer. Nici Steeger, die für die neue Taktik der letzten Saison wichtigste Spielerin verletzte sich bei ihrem ersten Angriff der frischen Saison. Nach sieben Monaten Pause stieg sie wieder am Ball ein und macht seitdem riesen Srünge. „Nici trainiert mit. Der Stand ist super. Es ist allerdings nicht absehbar, ob sie zum Saisonstart fit ist. Wir wollen ihr bewusst Zeit geben, damit sie wieder Vertrauen in ihr verletztes Knie findet“, erklärt Trainer d’Andrea. Die zweite schwere Verletzung traf das Team zu einem Zeitpunkt, als auf Außen kaum mehr Not am Mann sein konnte. Lisa verletzte sich das Sprunggelenk im Rückrundenspiel gegen Erlangen höchst kompliziert. „Lisa ist ebenfalls vor ein paar Wochen für zwei Einheiten wieder mit leichten Bewegungen eingestiegen. Momentan ist sie im Urlaub. Fit in vier Wochen ist nicht wahrscheinlich. Ich habe noch nie beim Volleyball von einem so komplex kaputten Sprunggelenk gehört. Sie und ich sind mittlerweile aber wieder deutlich zuversichtlicher, dass sie den Wiedereinstieg packt.“, erklärt der Trainer.

Die beiden Abgänge auf der Diagonalposition sorgen zudem für Veränderungsbedarf. Während Toni Raith für ein Stipendium nach Amerika geht, zieht es Nora Anders nach Lateinamerika. Aus dem bestehenden Kader wird zunächst nur eine Spielerin die Position neu beziehen, was sich im bisherigen Training als sichtlich fruchtbar erwiesen hat. Zudem verlässt Michi Dutz nach nur einer Saison das Team, um in Nürnberg ihr Studium aufzunehmen. Die frisch wiedergewählte Kapitänin Höreth dazu: „Wir wünschen allen dreien ein tolles nächstes Jahr. Sie sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Ich hoffe, dass wir die eine oder andere noch einmal bei uns begrüßen dürfen.“

Um die Lücke auf Außen schließen zu können (aktuell fit sind dort folglich nur Sophia Höreth und Johanna Meisel), wird Fanny Gnade in der nächsten Saison wieder in Pink antreten und das Liberotrikot weitergeben. Auch wenn sie bei den Trainern als exzeptionelle Libera gilt, braucht das Team sie wieder auf Außen dringender. Im bisherigen Training hat sie wie gewohnt von sich überzeugen können. Auch auf der Libero-Lücke weiß der Trainer bereits, wer die Position einnehmen wird: „Ich stieß als ich hier 15/16 anfing auf ein junges Mädchen, das mich im ersten Training gefragt hat, ob man, auch wenn man so klein sein wie sie – wir reden hier wirklich von klein -, mal hochklassig spielen kann. Ich antwortete mit ja. Anna-Lena Bauer hat sich in den letzten zwei Jahren sowohl vom spielerischen als auch von der Persönlichkeit her unfassbar gut entwickelt. Ich freue mich sie im nächsten Jahr in unseren Reihen zu sehen. Sie ist bei den Spielerinnen absolut beliebt. Als ich ihr mitteilte, dass ich sie nächstes Jahr dabei haben will, ist ihr alles aus dem Gesicht gefallen. Sie hat damit nicht gerechnet. Danach hat sie über das ganze Gesicht gestrahlt. Die Mädels haben mich beneidet, dass nur ich ihre Freude sehen konnte.“

Zudem planen die N.H. Young Volleys mit einer langfristigen Veränderung auf den Schnellangriffspositionen. Dazu wird die 17-jährige Nicki Naumann in den Kader aufsteigen. Im Sommer erwies sich Naumann als sehr strebsam und entwicklungswillig. Auch hier kommt Lob vom Chef-Trainer: „Nicki ist irgendwie in unserem Verein zwischen die Räder gekommen. Ich habe sie bisher nie wirklich in einer Mannschaft trainiert und sie hat sicherlich nicht immer die beste Förderung bekommen. Ihr wirklich großes Talent ist so leider verborgen geblieben. Letztes Jahr habe ich ihr Team dann provisorisch für 9 Einheiten übernommen. Wir haben neben einem Technikelement nur an Mannschaftstaktik gearbeitet. Individuell konnte ich nicht viel mit ihr machen, dazu blieb keine Zeit, dennoch viel sie mir direkt auf. Vergleicht man wie sie bei uns im April startete mit dem wie sie jetzt spielt, so glaubt man kaum, dass sie nicht vorher aufgefallen ist. Sie hat sich blendend entwickelt, auch wenn es natürlich schwer ist, wenn man die Messlatte bei unseren drei wirklich guten Mitten anlegt. Die nächsten zwei Jahre werden spannend mit ihr.“

Für Anna-Lena und Nicki ist der Weg zu einem tragenden Mitglied des Teams noch lang, weshalb sie den Start der Saison bei Damen2 eingesetzt werden und unter dem Jugendspielrecht fortan für Damen1 und Damen2 antreten dürfen, um Spielerfahrung zu sammeln. Zudem bekommen die Jugendspielerinnen Antonia Schwenk und Jule Spindler die Chance von Anfang am bei Damen1 mitzutrainieren, um ihnen zeitnah ebenfalls eine Aufstiegschance zu gewähren.

Durch Urlaube und andere Termine wird der nahezu vollständige Kader erstmals am 09.09. zusammen trainieren.