„Regionalliga wir kommen“

Nach drei Jahren Bayernliga Nord gelang den N.H. Young Volleys der Aufstieg in die Regionalliga Süd-Ost. Unter tosendem Jubel feierten die mitgereisten Fans der Oberfranken den Sieg in Marktredwitz, der nach einer grandiosen Saison den Aufstieg besiegelte. Vor der Saison glaubte kaum jemand daran einen Aufstiegsplatz zu erreichen. Zu stark die Konkurrenz: Drei neue Teams aus der Regionalliga, Selbst im Vorjahr nur Fünfter, Eibelstadt nicht geschlagen, Marktredwitz hat sich verstärkt. Doch am Ende kam alles anders.

Die Saison startete rasant

Was ein Start! Kurz vor Beginn der Saison lud man in Neudrossenfeld und Hollfeld schon einmal voll auf. In Bamberg bezwang man nicht nur die Gastgeber, sondern auch noch zwei weitere Teams aus der Regionalliga. Man war auf Kurs. Doch war ein Thema noch offen. Eigentlich sollte mit B-Trainer Siggi Meisel nur eine Übergangslösung für die Saison 2014/2015 an den Start gehen, bis sich ein anderer Trainer fand. Doch schien es bis kurz vor Saison so, als wäre der Hollfelder Vorstand  nun noch eine Saison gebunden, wollte er sich selbst doch lieber der Zukunft des Vereins widmen – der Jugend. Neun Tage vor dem Saisonstart in Mömlingen dann die News. „Wir haben einen B-Trainer, der Erfahrung mitbringt“ verkündete Vorstand Carsten Böhm seinem Verein.

„Die Hinrunde war nervenaufreibend“

Der neue Kopf, Marc d’Andrea, ein Bayreuther Student, sollte dem Team einen neuen Input geben. Das tat er. Das Spiel veränderte sich. Der Aufschlag wurde aggressiver, die Annahme stabiler, der Angriff variabler. Schnell waren die ersten Punkte eingefahren. Man setzte sich nach 5 Spielen an die Tabellenspitze. Mitstreiter Marktredwitz blieb dabei immer auf den Fersen. Kapitänin Meike Schirmer dazu: „Die Hinrunde war nervenaufreibend! Gleich vier Teams erlaubten sich keinen Fehler, blieben immer vorne mit dabei, verloren nur untereinander. Bis zum Hinspiel gegen Marktredwitz lastete wahnsinnig viel Druck auf uns.“

Doch dann geschah das, was nach der letzten Saison keiner geglaubt hätte, man schlug den Zweiten VGF Marktredwitz mit einem klaren 3:0, drei Wochen später besiegte man den Dritten SV Hahnbach ebenfalls mit 3:0. Was war da los? Plötzlich war man Titelfavorit und die Rückrunde lag noch vor ihnen. Erste Stimmen wurden laut, ein Déjà-Vu: „Letzte Saison, da war das genauso. Alles gewonnen und ab Neujahr? Da haben wir nur noch verloren. Passt bloß auf!“

Es sollte anders kommen, denn erst fünf Spiele vor Ende folgte die erste Niederlage gegen ein bärenstarkes und vorbereitetes Team aus Eibelstadt. Doch statt geknickt nach Hause zu fahren, wusste man, dass man stärker geworden war. Es ging weiter. Man holte den Relegationsplatz in Nürnberg. Ein vor der Saison unvorstellbares Ziel. Jetzt wollte man mehr. Anders als die Gegner ließ man keine Punkte mehr auf dem Weg. Man erreichte das von Marktredwitz so lange angepriesene Ligafinale: 27.02.2016, Hexenkessel, VGF Marktredwitz vs. N.H. Young Volleys! Wer gewinnt hat die bessere Chance auf die Meisterschaft.

Ein spannendes Spiel auf Augenhöhe. Marktredwitz überzeugte mit Angriffen, die die Bayernliga in dieser Saison noch nicht gesehen hatte. Doch das taktisch gut vorbereitete Team aus Neudrossenfeld ließ sich nicht beeindrucken. Unbeirrt spielte man sein Spiel, von Punkt zu Punkt, von Satz zu Satz. Nach zwei Sätzen das Unvorstellbare. Es stand 2:0, ein Satz noch und man war Meister. Die Freude zerpflückte die Spannung, der dritte Durchgang ging an das Heimteam. Noch einmal legten die Young Volleys einen drauf und beendeten das Spiel mit einem harten Angriff an den Block. Der Jubel, die Feier, die Sensation. „Regionalliga wir kommen“, tönte es von den Rängen. Wir sind Meister!

TSV Vorstand …. lobte das Team auf der Siegesfeier: „Ich denke zwei Dinge waren diese Saison ausschlaggebend für den Erfolg: Erstens, der unbeirrte Wille der Mädels. Das Streben und die Arbeit toller Spielerinnen, die mit allem Einsatz gezeigt haben, dass sie aufsteigen wollen; Und zweitens, das kleine bisschen mehr Struktur und Taktik, das durch den Trainerwechsel ein anderes Niveau auf das Feld brachte.“

Regionalliga – Das Ziel erreicht

In der kommenden Saison treten die N.H. Young Volleys in der Regionalliga Süd-Ost an. Nachdem bereits 2014/2015 der BSV Bayreuth in die Landesliga abstieg, gab es kein echtes Derby mehr. In der kommenden Saison können sich die Fans auf ein spannendes Match gegen die Nachbarn aus Bamberg freuen.

Um sich in der Regionalliga etablieren zu können, muss im Team allerdings einiges geschehen. Trainer Marc d’Andrea sieht dem gelassen entgegen: „Anders als in dieser Saison habe ich zur nächsten eine Saisonvorbereitung. Wir werden einiges verändern müssen, um unsere geringe Reichhöhe kompensieren zu können. Meine Spielerinnen wissen das und akzeptieren deshalb auch, dass sie einige Grundtechniken komplett verändern müssen und teilweise auch neue Positionen spielen müssen“, dabei ist er sich sicher, dass die Spielerinnen mitziehen werden: „Wir haben in dieser Saison lediglich taktische Umstellungen gemacht und sind Meister geworden, statt wie im Vorjahr fünfter. Wenn wir das Spiel aber grundlegend umstellen und modernisieren, können wir viel erreichen. Ich glaube sie vertrauen mir. Da ich nur noch diese Saison sicher zur Verfügung stehen werde, werden alle versuchen möglichst viel von mir mitzunehmen. Ich freue mich wahnsinnig auf den Sommer.“