Der Knoten ist geplatzt

Sophia Höreth und ihr Team freuen sich

Am Samstag den 17.11.18 kam der SV Esting zu den N.H. Young Volleys zu Gast. In der chaotischen und von Ausfällen geprägten Saison fanden die Young Volley noch nicht in ihren Spielrhythmus und konnten in den letzten vier Partien keine Punkte sammeln. Ein Umbruch musste her. Drei Wochen danach wollte das Team zu Hause gegen Esting diesen Umbruch bereits nutzen und sich in alter Form präsentieren. Und das gelang. Die Young Volleys gewannen gegen die Oberbayrinnen mit 3:2.

Eine verschrobene Saison. Hauptangreiferin Höreth ist die bisherige Saison verletzt. Zuspielerin Schirmer verletzt. Fehlende Vorbereitung beim erweiterten Kader. Die Jugendspielerinnen am Wochenende nicht dabei. Der Kader, wie er in den letzten Jahren erfolgreich war, spielte fehlerreich und ineffizient. Es musste eine Änderung her. Vor drei Wochen starteten die Young Volleys die Starting-6 neu zu definieren. Positionen wurden verändert. Alle Jugendspielerinnen starteten in den Spielen. Effizienz und Fehlerreduktion wurden als Spielkriterien kreiert.

Doch der Umbruch braucht Zeit. Das Ziel war es, in der Rückrunde auch wieder mit Punkten durchzustarten. Dennoch sollten unerfahrene Spielerinnen Praxis bekommen und klare Tendenzen im Spielverlauf zu erkennen sein. Das Ziel ließen die Young Volleys vollends in den ersten zwei Sätzen vermissen. Es war unmöglich den SV Esting unter Druck zu setzen, da auf der Seite der NHYV zu viele Eigenfehler das Spiel dominierten. Auch aus guten Annahmesituationen war es den Spielerinnen nicht möglich die Bälle adäquat zu verwerten. Das Zuspiel fand keine Lösungen. Noch dazu kamen zu viele Aufschlagfehler. Somit gingen die ersten beiden Sätze an den SV Esting (14:25; 14:25). Die Leistung der letzten Wochen zog sich also wie ein roter Faden weiter.

Doch dann kam die Erinnerung an das letzte Spiel gegen Esting, dort lang man ebenfalls 0:2 und 21:17 zurück und konnte am Schluss sogar noch Matchbälle erspielen.

Trainer d‘Andrea stellte die Aufstellung nochmal etwas um und bewies damit ein glückliches Händchen. Fanny Gnade agierte wieder auf Außen, Lucia Reichert startete auf der Mitte, Toni Raith wanderte in das Zuspiel zurück.

Gleich zu Beginn des dritten Satzes konnte Lucia die NHYV mit druckvollen Aufschlägen mit 6:2 in Führung bringen. Die Annahme um Libera Kristina Böhm war das ganze Spiel über äußerst stabil und in diesem Durchgang gelang es auch die sehr guten Annahmen in Punkte zu verwandeln. „Krissi hat ein Bombenspiel gemacht. Die Annahmequalität, die Abwehr, die Präsenz. Das war richtig hohes Niveau,“ so d’Andrea. Vor allem die positive Stimmung und der Kampfwille machte es möglich, in diesem Satz endlich zur alten Form zu finden. Zwar lies man den Gegner nochmals auf 20:19 näherkommen, sicherte sich den Satz aber mit 25:21. Reichert und Steeger machten dabei gemeinsam alleine 13 Punkte.

Dieser Satz gab den Mädels Selbstvertrauen, es schien als wäre der Knoten endlich geplatzt. Mit gleicher Aufstellung ging es im vierten Satz weiter. Die Eigenfehler aus den ersten beiden Sätzen waren passé. Maßgeblich war die deutlich besser Aufschlagqualität. Aus einem 2:6 Rückstand konnte Nicole Steeger durch eine Aufschlagserie einen 8:6 Vorsprung erzielen. Lucia und Sandra gelang es oftmals im Block zu punkten. Im Angriff konnten sowohl Nici Steeger als auf Fanny Gnade immer wieder entscheidende Punkte erzielen. Verdient ging Satz vier mit 25:22 an die NHYV.

„Jeder erzählt mir seit Wochen: ‚Vor dem Spiel, da hauen sich alle die Bälle mit dem Aufschlag um die Ohren. Aber dann, dann kommt nichts mehr!‘ Unrecht haben die Fans dabei nicht. Aber der Druck erfolgreich sein zu müssen lähmt mehr als einfach nur die Angst vor Fehlern. Deshalb ist es so schwer den Aufschlag auch im Spiel gut zu spielen. Luci hat allen Selbstvertrauen gegeben endlich wieder ihren Aufschlag auszupacken,“ kommentiert d’Andrea die massive Änderung des Spielverlaufs.

Beflügelt von dem Gedanken endlich wieder einen Punkt mehr auf dem Konto zu haben starteten die Mädels in den Tiebreak. Die Spielerinnen spielten wie in „alten“ Zeiten. Stabilität in Annahme, Block und Angriff, gepaart mit hohem Aufschlagdruck führte zum lange ersehnten Erfolg. d’Andrea über die Phase: „Kaum setzten wir inhaltlich die Ziele für das Spiel um, hatte Esting massive Probleme. Es wäre schön, wenn wir immer an unsere Stärken glauben würden.“ Anders als letztes Jahr konnte man dieses Mal die Matchbälle verwandeln und gewann mit 15:11.

Die Freude über die gewonnenen zwei Punkte war riesig und die Erleichterung endlich wieder ein gutes Spiel gemacht zu haben, war dem Team deutlich anzusehen. Am kommenden Wochenende spielt das Team gegen einen alten bekannten aus der Bayernliga: Katzwang-Schwabach.