Ungleiche Voraussetzungen

Am Samstag spielten die N.H. Young Volleys in Neudrossenfeld gegen den aktuellen Tabellenführer TSV Eibelstadt. Das Team dachte, dass nichts zu holen sei und fokussierte sich so bereits in der Trainingswoche darauf weiterhin auf Spur zu kommen. Eibelstadt hingegen präsentierte sich unerwartet mutlos und brachte die Oberfränkinnen somit ins Spiel. Dennoch musste sich das Team mit 3:1 (25:22; 25:27; 25:21; 25:19) geschlagen geben. In den ersten drei Sätzen waren es Eigenfehler, Spielaufbau und der richtige Kill im Angriff, der die Chance nahm für eine kleine Überraschung zu sorgen.

Weitere Hiobsbotschaften vor Spielbeginn

Die Sterne standen nicht gut für die Young Volleys. Eibelstadt ist Tabellenführer. Die Young Volleys aktuell dem Abstieg geweiht: Leonie Stöckers Abgang sowie Sophia Höreths und Meike Schirmers Verletzung seit Saisonbeginn ließ die Young Volleys bisher im Regen stehen. Doch ereilten den Trainer gleich weitere Hiobsbotschaften: Die stabilste Angreiferin der bisherigen Saison Sandra Ullrich fällt karnk aus; Die bisher beste Spielerin Krissi Böhm ist gesundkeitlich angeschlagen; Diagonalangreiferin Isa Braun fehlte aus privaten Gründen; Und dann verletzte sich die nachgerückte Damen 2 Zuspielerin Jule Spindler noch bei der Erwärmung am Knie.

Doch es gab auch Positives: Nachdem Schirmer seit zwei Einheiten wieder im Training steht, war die Hoffnung groß etwas Stabilität zurückzugewinnen. Trainer Marc d’Andrea wusste aber, dass ein Zuspieler nach so viel Pause nicht zwingend den Wendepunkt bringen muss: „Klar habe ich gehofft, dass das der Kick sein könnte, aber die Pause war schon sehr lang. Das hat man im Training schon gemerkt. Zuspiel ist auch durch Gewohnheit geprägt, die viele Ballkontakte braucht.“

Der holprige Start

Die Mannschaft startete nervös in den ersten Satz und so konnten sich die Gegner zunächst deutlich absetzen. Zwar fanden die Mädels nach starken Aufschlägen von Hannah Lauterbach allmählich ins Spiel und konnten sich bis auf drei Punkte herankämpfen, dennoch mussten sie den Satz am Ende mit 22:25 abgegeben. Teils absurde Eigenfehler dominierten das Spiel, wie sie zuletzt vor sechs Wochen gegen Sonthofen das Spiel beherrschten.

Doch das Team merkte schnell, dass die eigene Strategie voll griff. Die Motivation stieg, das Ergebnis war unerwartet ausgeglichen. Trainer d’Andrea zu der Anfangsphase: „Wir hatten Glück. Eibelstadt fehlte mit Linda eine wichtige Spielerin. Wir haben nicht viel Zeit in die Vorbereitung auf Eibelstadt gesteckt. Wir dachten, dass uns eine Klatsche, wie gegen Unterhaching bevor stand. Aber das Wenige was wir gemacht haben, hat gereicht, um Eibelstadt furchtbar zahm zu machen. Ich glaube viele der Zuschauer haben nicht einmal gemerkt, dass Ines mit Abstand die beste Spielerin war, weil sie nahezu nie in der Lage war ihre gewohnt harten Angriffe zu zeigen. Die Strategien haben die Mädels gut umgesetzt. Ines war aber dennoch der große Unterschied zwischen den beiden Teams. Selbst mit taktischen Schlägen hat sie wahrscheinlich doppelt so viele Punkte gemacht wie alle anderen Eibelstädterinnen.“

Die Überraschung

Und so startete das Team motiviert in den zweiten Satz und konnte nun besser mit dem Tabellenersten mithalten. Durch erhöhten Aufschlagdruck und gute Angriffe von Nicole Steeger und Fanny Gnade, erspielten sich die N.H. Young Volleys bei 25:24 sogar einen Satzball. Doch auch diesmal gelang es nicht, den Satz für sich zu entscheiden und so endete dieser mit 27:25 für die Gäste aus Eibelstadt. Spätestens hier war klar, dass in diesem Spiel deutlich mehr möglich war, was die Mädels dann im dritten Satz unter Beweis stellten.

Für Meike Schirmer kam nun zurück Antonia Raith ins Zuspiel. Von Anfang an zeigte das Team vollen Einsatz und ging zwischenzeitlich sogar mit fünf Punkten in Führung. Noch einmal spannend wurde es gegen Ende des Satzes, als die Gäste beim Spielstand von 18:19 den Ausgleich erzielten. Fanny Gnade machte es der gegnerischen Annahme mit ihren starken Aufschlägen jedoch schwer und so konnte das Team den Satz mit 25:21 verdient für sich entscheiden. Mit der gleichen Startaufstellung ging es nun in den vierten Satz. Zunächst sah es danach aus als könnten die N.H. Young Volleys an den dritten Satz anknüpfen, jedoch gelang es den Gegnern durch gute Aufschläge schnell wieder in Führung zu gehen. Es folgten zu viele Eigenfehler und eine zu geringe Angriffsquote, sodass die Mädels den Rückstand zwar auf zwei Punkte verkürzen konnten, dennoch ging auch dieser Satz letztlich mit 25:19 an den TSV Eibelstadt und so endete das Spiel 3:1.

Wie geht es weiter?

d’Andrea zum Spiel: „Wir haben einiges besser gemacht als letzte Woche gegen Katzwang. Anderes haben wir schlechter gemacht als in den letzten vier Wochen: Die vielen schusseligen Fehler, die wenigen Chancen unsere Außenangriffsstrategie zu spielen, der fehlende Kill im Angriff. Wir waren durchaus enttäuscht, was gut ist, weil wir uns wieder trauen uns leistungstechnisch auch mit den vermeintlichen Top-Teams der Liga zu vergleichen. Die ungleichen Voraussetzungen – trotz Lindas Ausfall – lassen den Spielverlauf für uns dennoch positiv erscheinen.“

Die Mädels der N.H. Young Volleys präsentierten sich phasenweise stark und konnten damit zumindest einen Satz für sich entscheiden. Dennoch wird das Team in der kommenden Woche besonders an der Eigenfehler-, und der Angriffsquote arbeiten, um im nächsten Spiel gegen den TV/DJK Hammelburg wichtige Punkte zu sammeln.