Die nächste Bauchlandung

Nach ihrem Kantersieg beim Oberfranken-Derby gegen die ballarinas Bamberg spielten die N.H. Young Volleys auch diesen Samstag wieder vor dem eigenen Publikum in Neudrossenfeld. Zu Gast beim Regionalligisten war der jetzige Tabellenführer TSV Unterhaching. Trotz eines sehenswerten Volleyballspiels schafften die Young Volleys es nicht über eine 3:0-Niederlage (25:16; 26:24; 25:19) hinauszukommen.

Für die N.H. Young Volleys geht es in der Schlussphase der Regionalliga-Saison um Alles oder Nichts. Mit einem Sieg gegen das zuvor auf Platz zwei rangierende Team aus Unterhaching, hätten die Young Volleys durchaus berechtigt hoffen können sich in der Liga zu halten. Zuletzt siegten die Oberfranken deutlich gegen Bamberg. Ein Sieg gegen ein Top-Team hätte für die so wichtige Restrunde beflügeln können. Selbst der Relegationsplatz ist in erdrückender Distanz zum aktuell Vorletzten.

Das Hinspiel war eine satte Klatsche. „Kurzen Prozess“ betitelten die Münchenerinnen das Spiel im November in den sozialen Medien. Die Young Volleys wollten beweisen, dass sie das besser konnten und bereiteten sich akribisch auf den Gegner vor. So wundert es nicht, dass Trainer d’Andrea hinterher lobende Worte für sein Team fand: „Wir haben im Hinspiel durch die extreme Dominanz in Aufschlag und Angriff keine Chance gehabt. Die zwei Elemente hatten wir heute nahezu vollständig im Griff. Zudem haben die 60% der Aufschläge, die über das Netz kamen sehr viel Schaden beim Gegner angerichtet,“ erklärt der Trainer der N.H. Young Volleys stolz. Doch zunächst von vorne:

Der erste Satz starte wie erhofft: Aufschlagdruck. Perfekte Annahme. Schnellangriff. Führung. Alles schien ineinander zu greifen. Doch nach der 4:1 Führung konnte sich das Team nicht weiter absetzen. In der Mitte des Satzes schmälerten die Gäste dann das 3-Punkte-Polster, ehe sich den zahlreichen und lautstarken Fans ein Debakel präsentierte. Die Annahme und Abwehr ermöglichten zwar Alles, doch das Team punktete quasi gar nicht mehr. Während der Gegner zwölf Punkte machte, machte man selbst nur noch drei. Trainer d’Andrea war sichtlich sauer über den Satzverlauf, sah doch zunächst alles danach aus, als würde sein Plan aufgehen. Der Satz ging mit 25:16 an die Gäste.

Der zweite Durchlauf startete wieder besser. Wieder setzten die Young Volleys sich ab. Wieder ermöglichte die durchgängig gute Annahme um Libera Kristina Böhmer dem Zuspiel den gegnerischen Block auszuspielen. Doch wie zuvor brachte sich das Team selbst in Schwierigkeiten. Der stabilere eigene Block, der aus der Veränderung der Startrotation hervorging, und der zu der Zeit etwas geringeren Aufschlagfehler, ermöglichten es sich immer wieder auf drei Punkte abzusetzen. Würden die Young Volleys ihre Chancen aus der guten Defence nutzen, wäre der Satz bereits entscheiden. Doch auch trotz eines Zuspieler-Wechsels stabilisierte sich das Spiel in der Offensive nicht. Flüchtigkeitsfehler im Block und das hohe Aufschlagrisiko der Hachinger drehte den Satz. Die Young Volleys mussten sich mit 26:24 geschlagen geben.

Der „Läufer II“ – wenn also der Zuspieler bei gegnerischem Aufschlag auf die Position zwei rotieren muss – war es im ersten und zweiten Satz den Young Volleys das Genick brach. Trotz des stabileren Blocks entschied sich Trainer d’Andrea im Sinne dieses so spielentscheidenden Läufers seine Formation im dritten Durchgang zu verändern. Die Aufschlagfehlerquote machte ihm nun aber endgültig einen Strich durch die Rechnung: „Das Aufschlagrisiko war hoch. Das musste sein. Bei guter Annahme des Gegners konnten wir nur verlieren. So 20% Fehler wären okay gewesen. Bei selbem Risiko haben wir unmittelbar vor dem Spiel vielleicht 10-15% Fehler gemacht. Das hätte wahrscheinlich für Satz zwei und drei gereicht.“ Und dennoch konnte das Team die drei Punkte, die es in auch in diesem dritten Satz über eine längere Phase führte, nicht zum Satzgewinn nutzen. Der Sat geht mit 25:19 an die Gäste.

„Abermals musste der Gegner unser Spiel spielen und abermals haben zwei Elemente unseren Sieg verhindert“, kommentiert d’Andrea den knapp verlorenen letzten Satz und erklärt weiter: „Ich glaube nicht, dass Unterhaching damit gerechnet hat, dass sie sich so sehr nach unserem Spiel richten müssen. Wir hätten nur noch die individuellen Schwächen im Block ausnutzen müssen und uns wäre eine Sensation geglückt. In drei entscheidenden Phasen ist uns das überhaupt nicht gelungen, obwohl unsere Annahme dort hervorragend vorne stand. Der gegnerische Block hat traurigerweise dazu nichts beigetragen müssen. Ich bin unsäglich frustriert.“

Trotzdem der Frust hoch ist, lobt der Trainer aber auch das, was alle Fans deutlich sehen konnten: Die Motivation war da. Der Wille war da. Die Bereitschaft war da. Mit dem Elan wollen die Young Volleys nächste Woche in Esting dort weiter machen, wo sie heute in der Mitte der Sätze aufhörten